05 Traumzeit

Die Welle ist Ablenkung vom Meer

Wir leben in der Traumzeit. Leider nicht die der Aborigines, sondern jene der Maja, der Illusionen und der Täuschung unserer Warnehmung. Grundsätzliche Annahmen geraten allzu leicht in Vergessenheit, wenn sie von unserer Umwelt geteilt werden. In der Wissenschaft spricht man von Axiomen, um eine absolute Annahme vorauszusetzen, unter der eine Sache abgehandelt wird. In der Mathematik und Logik ist dies beispielsweise unter anderem 1+1=2 oder 1-1=0. So möchte man eine gemeinsame Ausgangsbasis für die daraus entstehende Logik schaffen. Man hätte aber auch 1-1= festlegen können. Wäre bestimmt interessant geworden.

Unter allen Axiomen der Wissenschaft und unseres Alltags gibt es eines, welches uns absolut selbstverständlich erscheint, jedoch für die meiste Zeit der Menschheitsgeschichte nie war und zusätzlich seit bald 100 Jahren in seiner Allgemeingültigkeit widerlegt wurde. Trotzdem richtet sich unsere gesamte kollektive Wahrnehmung nach wie vor an dieser einseitigen Annahme aus.

Wenn ich ich die Welt beobachte und mein Verständnis für sie trainiere, dann kann ich das unter zwei scheinbar gegensätzlichen Voraussetzungen tun. Die gängige Sichtweise nimmt an, dass alle Erscheinungen der Welt unabhängig von ihrem Beobachter existieren. Und ja, wenn ich annehme, dass mit dem Beobachter ich selbst, der sterbliche Mensch gemeint bin, dann wäre es arrogant zu behaupten, die Welt würde nach meinem Tod aufhören zu existieren. Wir unterlegen diese Annahme mit unseren Beobachtungen von Ursache und Wirkung. Wir sehen, dass ein Stein rollt, weil wir ihn angestoßen haben. Das erscheint uns selbstverständlich, weil wir uns mit unserer Welt identifizieren. Immerhin ist schließlich auch unser Körper und alles, was in ihm stattfindet, Teil dieses Wechselspiels beobachtbarer Phänomene.

Die Welt-größte LAN-Party

Nun hat man in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts mit der Quantenphysik Zugang zu einem Teil unserer Welt erhalten, der dieser Annahme widerspricht. Auf der Ebene kleinster Teilchen, welche letztlich unserer sichtbaren Welt zu Grunde liegt, gelten andere Gesetze. Da sie keine Masse besitzen, sind diese Teilchen nicht mehr an Raum und Zeit gebunden. Sie existieren in einer Welt aus Wahrscheinlichkeiten und alles miteinander verknüpfenden Feldern. Genau genommen existieren sie als Teil einer Welle einem Feld reiner Information und Energie und entstehen als singuläre Körper erst durch unsere Messung oder einer anderen Interaktion mit der bereits materiell existierenden Realitätsebene. Falls sich jemand näher dafür interessieren sollte, der findet dazu jede Menge gute Informationen in Videos und Büchern, denn dieses Thema ist kein großes Geheimnis. In meinem Buch Madagaskar gehe ich ebenfalls näher darauf ein.

Die materielle Erscheinung der Welt gleicht einem Wellenberg von beeindruckender Größe, der unsere Aufmerksamkeit so sehr an sich fesselt, dass wir den Grund seiner Existenz aus den Augen verlieren, den „unendlichen“ Ozean. Moderne theoretische Physik geht oft davon aus, dass wir zahlreiche nicht sichtbare Dimensionen annehmen müssen, um die Phänomene unserer Welt erklären zu können. Oder anders ausgedrückt. Unsere sichtbare Welt ist nur die Spitze vom Eisberg. Die zweite existentielle Annahme von der ich zu Beginn sprach ist jene, dass der Ursprung der Welt nicht in einem äußeren Ereignis zu finden ist, sondern in uns selbst. Ich kann davon ausgehen, dass die Materie das Bewusstsein erschaffen hat, oder aber, dass die Welt in mir stattfindet. Also in meinem Bewusstsein, welches sich so sehr an „seine“ physische Existenz klammert, dass es seine wahre Identität vergisst.

Das kann man sich so vorstellen, dass ein Computerspieler in einem Netzwerk mit anderen Spielern glaubt, er sei die Figur, die er steuert. Wir wissen bereits, wie einfach unsere Wahrnehmung durch Virtual Reality zu täuschen ist und wie schnell wir die Gesetzmäßigkeiten einer fremden Welt zu akzeptieren bereit sind. Computerspieler teilen auch eine gemeinsame Spielwelt mit allgemeingültigen Gesetzen, aber am Ende findet diese Welt nur auf dem Computer des Spielers statt und nicht außerhalb. Die Existenz der Welt wird aufrecht erhalten durch die freiwillige Teilnahme der Spieler und der Gleichschaltung ihrer Computer. Wenn ich nun so sehr in die Spielwelt eintauche, weil das Erlebnis so „immersive“ ist, dass ich mich selbst vergesse, wie kann ich mir dann über meine Identität oder das Wesen der Welt sicher sein?

Neues aus der Traumzeit

Solange ich während meiner Suche nach Antworten mich darauf beschränke materielle Wahrnehmungen der Traumzeit zu analysieren, solange werde ich nur das Computerprogramm analysieren. Das ist durchaus wichtig, denn es hilft, meine Identifikation mit der „Materie“ zu lösen. Darüber hinaus werde ich mich jedoch auf ewig im Kreis drehen und nur Erklärungen finden, die aus dem Computerprogramm selbst stammen. Um einen Ausweg aus der Misere zu finden, muss ich davon ausgehen, dass nicht das Computerprogramm, die Materie den Anfang meiner, bzw. aller Existenz bestimmt, sondern das Bewusstsein. Nur meinem Bewusstsein, der puren Tatsache meiner Existenz, meiner Fähigkeit wahrzunehmen und zu beobachten, kann ich zunächst Vertrauen schenken.

Wir sprechen hier über eine Feststellung, die in keiner Weise etwas Neues darstellt. Uralte Weisheitsschriften sprechen über diese Suche genauso wie spirituelle Lehrer jüngerer Epochen. Diese Erkenntnis war im Grunde vom Anbeginn der Zeit zentral für das menschliche Geschlecht. Überall auf der Welt operierten Schamanen in der jenseitigen Welt, um die diesseitige mit zu gestalten. Die Traumzeit der Aborigines ist eine gegenwärtige, unserer Realität vorgeordnete Ebene der Existenz und das Vergessen unseres göttlichen Ursprungs nannten die alten Veden Indiens das Samsara, den ewigen Kreislauf von Geburt und Tod, der uns mit seiner unaussprechlichen Erfahrungsgewalt gefangen hält.

Die göttliche Illusion

Die Illusionen von Raum und Zeit versperren uns den Blick auf die wahre Natur der Dinge, welche sich nur erspüren lassen. Dennoch gibt es eine Verbindung zwischen unserem Bewusstsein und der Realität. Sie folgt Gesetzen und Regelmäßigkeiten, die wir beobachten können, wenn wir lernen, zwischen den Zeilen zu lesen. Wenn wir lernen den Kopf vom Bildschirm zu heben, dann öffnen sich neue Kanäle innerer und äußerer Wahrnehmung, die uns helfen neue Orientierung zu finden. Um diesen Schritt gehen zu können, müssen wir uns jedoch zuerst lösen von unseren psychischen Abhängigkeiten an die materielle Ebene. Nicht dass die Materie an sich schlecht wäre. „Seid in der Welt, aber nicht von ihr“ soll Jesus von Nazareth gesagt haben. Ich denke, er meinte nichts anderes.

Wenn wir beginnen uns zu öffnen für die Eingebungen unserer Seele, dann kann uns die jenseitige Welt entgegenkommen. Sie braucht aber unser Einverständnis dazu, unseren freien Willen, den wir beweisen, indem wir immer wieder den ersten Schritt zu unserer eigenen Befreiung gehen. Das Universum überlässt uns die Entscheidung, wohin wir gehen wollen. Dabei ist die erste und wichtigste Lektion, dass die Evolution niemals endet, sie hat ihren Ursprung in der jenseitigen Welt. Dabei sind wir selbstverantwortliche Spieler und es bleibt uns selbst überlassen, ob wir Wahrheit erfahren oder in der Selbstvergessenheit leben wollen.

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