10 Liebe

Neo: I just have never…
Rama Kandra: …heard a program speak of love?
Neo: It’s a… human emotion.
Rama Kandra: No, it is a word. What matters is the connection the word implies. I see that you are in love. Can you tell me what you would give to hold on to that connection?
Neo: Anything.
Rama Kandra: Then perhaps the reason you’re here is not so different from the reason I’m here.

Vom Selbstbild zur Selbstliebe

Aus dem Nichts war etwas von mir abgefallen, weniger Gewicht als Spannung und mit einmal entstand Raum, wo kurz zuvor noch Enge herrschte. Erleichterung wo bis eben noch Verbissenheit das Leben krampfhaft zu umschließen versuchte. Diese grausame innere Stimme, die mich mein Leben lang terrorisiert hatte, war endlich still. Alles erschien heller, gelöst und vielleicht auch etwas surreal. Berge an Informationen prasselten auf mich ein, aber ohne zu belasten. Konflikte mit anderen lösten sich, ohne dass etwas getan werden musste. Auf jede Frage entstand zugleich eine Antwort, klar und unmissverständlich. Eine tiefsitzende Angst war von mir abgefallen. Nicht dass ich bestimmen konnte, welcher Natur diese Angst war. Am entscheidendsten jedoch war, dass das Leben wieder Sinn machte. Liebe ist ein stilles Wissen.

Die Menschheit steckt voller Selbst-Hass. Sie kann sich nur für fortschrittlich halten, solange sie sich nicht für einen Augenblick erlaubt, zu erleben, was sie wirklich fühlt. Das Unbewusste hält uns fest in seinem Griff. Die eine „Erleuchtung“ jedoch gibt es nicht. Genauso wenig wie ein kollektives Erwachen. Der spirituelle Pfad ist ein Weg der Evolution, der uns immer tiefer in die Wahrheit über uns selbst führt. Spirituelle Erfahrung und der Weg zur Göttlichkeit ist ein gradueller Prozess der Vereinigung der im Unbewussten gefangenen Energie mit dem bereits bewussten Teil unseres Seins. Dieser Pfad führt weit über unsere rein menschliche Erfahrung hinaus. Das menschliche Kollektiv ist in so vielen Mustern gefangen, dass es kein Interesse daran besitzt, wenn einzelne „ausschwärmen“, um die Wahrheit zu finden. Es wird sie bekämpfen, so wie es das immer tat. Eine Seele muss man sich verdienen, sie sich erarbeiten.

Unser Selbstbild ist der Querschnitt aller Vergleiche mit unserer Umwelt, den Werten unserer Gesellschaft und den geistigen Verwirrungen unbewusster Kräfte. Die „anerkannten“ Vorgaben, Hilfen, Methoden und Konzepte zur „seelischen Unterstützung“ bei Sinnkrisen dienen nur der „Wiedereingliederung“ durch eine Korrektur des Selbstbildes. Unser Selbstbild ist ein Programm zur optimalen Eingliederung in die Matrix, das wir selbst kontinuierlich weiterentwickeln. Ändern sich die Bedingungen in unserem Leben, dann versuchen wir das Programm so umzuschreiben, dass wir ungestört weitermachen können, ohne in uns tatsächlich etwas verändern zu müssen. Die Matrix fürchtet keine Programme, welche die Gesellschaft verändern wollen. Die Matrix passt sich zu gut an und wird so ewig herrschen können. Was sie jedoch nicht sehen oder verhindern kann, ist die Auflösung der Programme selbst. Weil dann nichts mehr verändert werden muss.

Liebe ist keine Emotion

Liebe ist ein Wort, begrenzt auf die Bedeutung, die wir ihm zuschreiben. Solange ich meine Emotionen für Liebe halte, wie ich sie in menschlichen Beziehungen erfahre, bleibt mein Verständnis beschränkt. Nichts was zwanghaft ist, ganz egal ob es sich gut oder schlecht anfühlt, kann Liebe sein. Gute und schlechte Emotionen sind aufs engste miteinander verknüpft. Aus dem gleichen Grund aus dem mein Herz rast, wenn ich verliebt bin, fange ich an die gleiche Person zu hassen, sobald ich mich abgelehnt fühle. In der Konsequenz beginnen wir unsere Beziehungen zu kontrollieren, andere Menschen zu manipulieren und uns selbst im besten Licht zu präsentieren, um unser Bedürfnis nach Sicherheit in der Liebe zu garantieren. Was ein Widerspruch in sich selbst ist. Wie kann ich behaupten etwas oder jemanden zu lieben, wenn ich ihm dazu vorschreiben muss, wie er oder sie sich zu verhalten hat, damit ich mich nicht angegriffen fühle?

Vielleicht ist Freundschaft das, was bedingungsloser Liebe noch am nächsten kommt. Je mehr wir uns binden oder gebunden werden an andere Menschen, seien es Familie oder Partner, desto stärker erfahren wir die Zwanghaftigkeit und das auf und ab unserer Emotionen. Nach einiger Zeit wollen wir vor den gleichen Leuten am liebsten flüchten, von denen wir uns zuerst Geborgenheit und Liebe versprechen. Die immer unbewusster ablaufenden Programme des Alltags zerstören unsere Illusionen genauso, wie unsere Fähigkeit uns zu entwickeln. So sitzen wir fest im Widerspruch unserer seelischen Bedürfnisse. Gefangene unserer Sehnsüchte. Wir bauen einen Kontakt auf und überwinden den Schmerz unserer Einsamkeit, leben im Hochgefühl unserer Emotionen, nur um nach dem Rausch zurück in den Entzug zu fallen. In uns selbst, in unserer Fähigkeit zu lieben, hat sich dadurch nichts geändert.

Sieg der Liebe

Wir brauchen ein Änderung der Perspektive auf unsere Lebenserfahrung zur Lösung der Programme, die unsere Erfahrungen prägen. Liebe ist nichts, was mir irgendetwas das aus dieser Welt geboren wurde geben kann. Diese Welt kennt Beziehungen mit allen möglichen Variationen und Farben an Emotionen und Erlebnissen. Und das ist wunderbar und gut. Tragisch wird es nur, wenn wir uns von ihr etwas versprechen, das sie niemals halten kann. Alle Erfahrungen der materiellen Welt besitzen Bedingungen und Abhängigkeiten. Liebe kann es aber nur in Freiheit geben. Liebe ist nur dort, wo völlige Freiheit existiert. Nur an dem Ort meines Herzens, der die Welt und alles in ihr so annehmen kann wie es ist, existiert Liebe. Bedingungslosigkeit ist die Voraussetzung für Freiheit und für Liebe. Zu lieben bedeutet dem Objekt meiner Liebe jede nur denkbare Freiheit zu schenken. Alles andere ist ein Geschäft.

Freiheit und Liebe sind elementare Wesenszüge unseres Bewusstseins. Die Natur des reinen Bewusstseins ist die bedingungslose Annahme des Seins. Die Neutralität des Nichtbewusstseins eines Tieres, Kindes oder naiven Erwachsenen ist ebenfalls Liebe, jedoch gekoppelt mit der ungewollten Verursachung von Leid. Wenn wir der Liebe zum Sieg verhelfen wollen, dann müssen wir abtauchen in das lieblose Unbewusste unserer Seele. Nur das wird jemals etwas entscheidend verändern, in unserem Leben und dem anderer Menschen. Nur wenn wir lernen uns selbst zu lieben, trotz aller negativen Erfahrung, sind wir fähig anderen Liebe zu schenken. Der Sieg der Liebe entsteht durch die Offenbarung und Annahme des wahren Wesens der Dinge. Im Moment da sie uns berührt, schenkt sie uns Intuition, Mitgefühl, Mut und Demut. Die Qualitäten einer freien Seele.

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