16 Vereinigung

Wenn eure Führer euch sagen: Sehet, das Königreich liegt im Himmel, so werden die Vögel des Himmels vorausgehen. Wenn sie euch sagen: Sehet, es ist im Meer, so werden euch die Fische vorausgehen.

Doch das Königreich ist in eurem Inneren und es ist außerhalb von euch. Wenn ihr euch selbst erkennt, dann werdet ihr erkannt, und ihr werdet wissen, dass ihr die Kinder des lebendigen Vaters seid.

Aber wenn ihr euch nicht erkennt, dann werdet ihr in der Armut sein und ihr seid die Armut.

Kontrollverlust der Psyche

Betrachtet man die menschliche Welt von oben, so könnte man zu dem Schluss kommen, dass einige wenige alles kontrollieren. Eine verschworene Gemeinschaft, in deren Händen alle Macht zusammenfließt. In Wahrheit lag diese Macht aber immer in den Händen des menschlichen Kollektivs. Es sind unsere gemeinsamen Ängste, die uns dazu bringen, uns gegenseitig zu kontrollieren und Machtstrukturen zu schaffen, die am Ende von den skrupellosesten und hungrigsten Individuen an sich gerissen werden. Materielle Macht aber, ist eine Illusion. Der Irrglaube die Kontrolle zu besitzen entsteht aus dem Versuch, den eigenen unkontrollierten inneren Hunger durch Beherrschung der äußeren Welt zu sättigen. Was aber niemals gelingen kann, da die Angst diesen Einfluss wieder zu verlieren, im Kampf um die äußere Kontrolle mitwächst. Keine Macht der Welt kann mich vor den Ängsten meiner Psyche schützen. Im Gegenteil werden diese Ängste immer unbewusster und mein Handeln immer weniger bewusst. Am Ende verliert ein solcher Mensch jeden Zugang zu seiner Seele und wird durch seine unbewussten Reaktionen und emotionalen Muster regiert. Er wird zu einem Spiegelbild des kollektiven Wahnsinns.

Der Konsum von Menschen und Produkten zur Sättigung eines unstillbaren Hungers wurde geboren aus der Leere und Unsicherheit der Psyche einer traumatisierten Menschheit. Die „zivilisierte“ Gesellschaft baut auf dem so entstandenen Hunger der Menschen auf und ihre Kultur und Werbung forciert diesen Hunger unnachgiebig. So gehen Menschen am Ende auf eine Arbeit die sie hassen, um sich Dinge zu kaufen, die sie nicht brauchen und so Menschen zu beeindrucken, die sie nicht mögen. Alles das, um das Gefühl der Kontrolle nicht zu verlieren und sich vor dem Erleben ihrer Ängste zu schützen. Wer erleben will, welche Ängste ihn oder sie regieren, der muss nur beginnen, seinen Konsum zu beschränken. Verzicht auf Ablenkung und eine Bescheidenheit im Alltag führen uns unsere Abhängigkeit vor Augen. Die Angst vor dem Unbekannten kriecht in uns hoch, sobald wir beginnen, die bekannten Pfade unserer Umgebung zu verlassen. Menschen fesseln sich gegenseitig mit ihren Ängsten und Erwartungen und wer die ausgetretenen Pfade meidet, wird schnell zum Ziel von Spott und Argwohn.

Seelensplitter und Psyche

In der Tiefe unserer Psyche lauern zahlreiche Muster, die über Generationen weitergegeben wurden. Ohne bspw. die sexuellen Urängste der Menschen kontinuierlich zu füttern, würde jede heute bestehende Kultur in kürzester Zeit vergehen. Scham ist der Glaube an die eigene Machtlosigkeit gegenüber der Bewertung durch andere Menschen. So fürchten sich die meisten Menschen vor der Ablehnung des anderen Geschlechts und der Gesellschaft, wenn sie nicht den Werten ihrer Kultur gemäß attraktiv erscheinen. Ob dabei sexuelle Freizügigkeit gewollt oder verpönt ist, macht keinen Unterschied für die innere Freiheit. Die Überkonzentration unserer Gesellschaft auf Sex, wird nur aus ihrer Zwanghaftigkeit und dem unstillbaren Hunger für den Konsum anderer Menschen geboren. Die übermäßige Beschäftigung mit Sex auf Kosten echter Intimität entsteht dabei nicht durch die Unterdrückung der Triebe, sondern aus der unbewussten Sehnsucht nach Kontrollverlust, die sobald erreicht, in einen Kampf zur Wiedererlangung der Kontrolle umschlägt. Wie will jemand, der von solchen Unsicherheiten beherrscht wird, jemals das Vertrauen für echte Intimität und Nähe erlangen? Eine oberflächliche Sexualität ist das Ergebnis eines unbewussten und oberflächlichen Seelenlebens, einer egoistischen Psyche.

Warum bewegen sich so viele nur an der Oberfläche und sind sogar bereit, ihre Oberflächlichkeit aufs Messer zu verteidigen? Wie ist es möglich, vollkommen widersprüchliches Verhalten zu ignorieren und zu rechtfertigen, ohne rot zu werden? Klingt das nicht nach vollkommen schizophrenem Verhalten und Denken? Was hindert uns daran, uns in Vollkommenheit zu erleben, ohne innere Widersprüche und der Angst davor, jederzeit ganz wir selbst zu sein? Kann es aber Vollständigkeit geben, wenn wir nicht bereit sind hinzuschauen? Wer begonnen hat auf sich selbst zu schauen, ohne zu blinzeln und das allzu offensichtliche zu ignorieren, der wird schnell feststellen, dass der Geist in ihm oder ihr kontinuierlich auf der Flucht ist. Wir wollen die Welt und uns selbst nicht in ihrer wahren Gestalt betrachten. Wir wollen sie formen, damit sie zu unserer Vorstellung passt. Das ist Selbsthass und Ablehnung der Schöpfung. In jedem Augenblick, an dem wir uns dazu entscheiden, wegzuschauen und nicht anzunehmen, was uns begegnet, fallen wir unserem Ego zum Opfer. Das Ego ist der Glaube, über der Welt und unserer eigenen Wahrhaftigkeit zu stehen. Das Ego will unsere Seele und die Welt unterwerfen, um ihre Energie und Schönheit zu beherrschen.

Um diesen höllischen Pfad wieder zu verlassen, müssen wir zunächst innehalten und die bedingungslose Bereitschaft entwickeln, tief in unsere eigene Psyche zu blicken. Sich selbst zu beobachten bedeutet, sich dem eigenen Blick ungeschönt auszuliefern. Sich in Ehrlichkeit zu begegnen und sich selbst zu akzeptieren lernen. In diesem Moment des eigenen inneren Stillstands beginnt sich unsere Welt zu bewegen. Sobald wir aufhören zu kämpfen, geben wir unserer Seele den Raum sich zu entfalten. Unsere Seele und unsere Welt sind eins. Wohin sich unsere Seele bewegen möchte, dorthin bewegt sich die Welt. Wenn ich mich jedoch von der Welt und ihren Ängsten beherrschen lasse, dann wird meine Seele verstummen. Gestaute Emotionen wollen erlebt werden und wir können sie hervorrufen, indem wir erkennen, wie wir vor ihnen bisher geflüchtet sind. Wenn wir unseren Konsum einschränken, dann geben wir ihnen die Möglichkeit an die Oberfläche zu schweben. Unser Bewusstsein ist wie ein See voller unruhiger Wellenschläge und grauem Schlick, aufgewühlt durch die Emotionen und Gedanken, die wir ohne Pause unter Wasser zu drücken versuchen. Wenn wir sie aber nach oben kommen lassen, um sich zu befreien, dann gewinnt dieser See Stück für Stück seine Klarheit und Ruhe zurück.

Erfüllung

Die hervorkommenden unbewussten Teile unserer Psyche werden so befreit und die gestaute Energie erhält wieder ihren ursprüngliche Fluss. Erst jetzt sind wir wieder bereit, neue Erfahrungen zu machen und die Wünsche unserer Seele in unsere Wirklichkeit zu ziehen. Nicht selten passiert dies unwillkürlich, nachdem wir die Kraft gefunden haben loszulassen. Diese neu gewonnenen Erfahrungen führen zur besseren Beobachtung unseres Denkens und immer schneller und mit immer größerer Kraft drängt nach oben, was seit Ewigkeiten ein Schattendasein führen musste. Das ist eine schwere Zeit für jede Psyche und wir benötigen jetzt viel Ruhe und Zeit für uns selbst. Wir fühlen uns vielleicht schwach, aber in Wahrheit bauen wir ein Reservoir an Energie und Kraft auf. Die Kraft ein neues Leben zu führen und um all die ehemals erstarrte Energie wieder in unser Leben zu integrieren. Wir gewinnen vielleicht neue Interessen, auf jeden Fall aber wieder mehr Lebensfreude und zuletzt erkennen wir, wie sehr wir uns selbst abgelehnt hatten.

Unsere Vereinigung im Inneren mit den verlorenen Aspekten unserer seelischen Kraft führt zur Vereinigung im Außen mit den Menschen und Freuden, nach denen sich unsere Seele all die Jahre wirklich gesehnt hat. Wir konnten sie nicht sehen oder finden, weil wir zu sehr damit beschäftigt waren, unserem vermeintlichen Glück hinterherzurennen. Wir konnten ihre Geschenke nicht annehmen, weil wir sie als Bedrohung unserer Freiheit und Kontrolle betrachtet haben. Synchronizitäten, seltsame Zufälle begegnen uns und leiten Phasen tiefer Selbsterkenntnis ein. Ihnen folgt erneut die Auseinandersetzung mit falschen Glaubenssätzen und unterdrückten Wahrheiten. Am Ende öffnet sich doch eine Tür, eine Tür welche die ganze Zeit offen stand, aber nicht wahrgenommen werden konnte. Von nun an ziehen wir die passenden Umstände, Personen und alles nötige für das eigene Lebensglück wie mit magischer Hand in unser Leben. Das ist wahre Macht, die Macht unserer Seele alles zu erreichen, was ihr Wunsch ist. Nicht alles was uns geschieht, kommt zwar von uns, aber wir Menschen besitzen großes Potential zur bewussten Mitschöpfung des Universums. Entscheidend ist, dass wir uns kompromisslos für unsere Wahrheit entscheiden. Das Leben war nie dazu gedacht, im Kampf gelebt zu werden.

Wer sucht, soll nicht aufhören zu suchen, bis er findet, und wenn er findet, wird er verstört sein, und wenn er verstört ist, wird er staunen und wird über alles herrschen können. Und nachdem er über alles herrschte, wird er zur Ruhe kommen.

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