17 Gefühle

Spirituelle Entwicklung ist eine niemals endende Sache.
Man kann sie entweder annehmen oder sich zur Wehr setzen, während sie unabwendbar auf einen zurollt …
eine Unvermeidbarkeit der physischen Existenz – Teal Swan

Loslassen

Gefühle sind das, was übrig bleibt, sobald wir unsere Gedanken und Emotionen zum ersten Mal loslassen können. Eigentlich sind Gefühle alles was existiert und das Fühlen der Weg des Bewusstseins, sich seinen Weg durch den Kosmos zu bahnen. Fühlen zu lernen bedeutet, sich auf das Wesen einer Sache einzulassen, sich gegenüber einer neuen Erfahrung zu öffnen, die noch nicht Teil meines Bewusstseins geworden ist. Diese Öffnung des Bewusstseins für eine neue Erfahrung ist spirituelle Evolution. Wenn man mich fragt, der Sinn der Existenz. Spirituelle Entwicklung bedeutet, dass das grenzenlose Bewusstsein es geschafft hat, die Angst vor einer neuen Erfahrung zu überwinden. Das Bewusstsein selbst besitzt natürlich keine Angst, aber es muss an der Befreiung der angsterfüllten Seele arbeiten, um die gewünschten Erfahrungen machen zu können. Jede Form von Freiheit muss durch Mut erworben werden, denn es bedeutet auch zu lernen, etwas hinter sich zu lassen. Ohne Loszulassen bleibt unsere Seele in den Mustern alter Erinnerungen, überholter Glaubenssätze und übernommener Ängste gefangen. Ohne Loszulassen gibt es keine Entwicklung und ohne Entwicklung keine Lebendigkeit.

Lebendigkeit und Freude entstehen überall dort, wo das Leben wieder Einzug erhalten durfte, weil wir losgelassen haben. Loslassen zu können, ist eigentlich ein natürlicher Zustand. Nichts das wir lernen müssten. Im Gegenteil, jedes Tier kann es, kleine Kinder können es, Pflanzen und Steine sowieso. Die ganze Welt kann es, außer dem erwachsenen Menschen. Sich nicht von etwas oder jemandem trennen zu können, obwohl die Zeit dafür gekommen ist, stammt aus der Weigerung eine bestimmte Erfahrung zu machen, bzw. der Angst eine einmal gemachte unangenehme Erfahrung zu wiederholen. Irgendwann in unserer Vergangenheit haben wir eine Erfahrung gemacht, deren Realität wir nicht mehr zu akzeptieren bereit waren und wir haben uns eine Überzeugung geschaffen, die uns vor der Enttäuschung schützen soll. Wir haben einen geliebten Menschen oder ein geliebtes Tier verloren. Wir haben Ablehnung oder Missbrauch erfahren, oder einfach eine Herausforderung, die wir nicht annehmen wollten. Vielleicht haben wir diese innere Weigerung aber auch bereits von unseren Bezugspersonen in jungen Jahren übernommen. Wenn wir erleben mussten, dass unsere Vorbilder einer Erfahrung mit Angst begegnen, dann tun wir es ihnen oft gleich.

Intuition

Wenn Du mit einem Dompteur in den Tigerkäfig steigst und der Dompteur auf einmal Angst zeigt, dann hast Du besser auch Angst, wenn Du die Gefahr schnell genug erkennen willst. Unsere Gedanken sind Haltungen gegenüber der Welt, Urteile, Leidenschaften und Ängste, die wir selbst entwickelt oder von anderen übernommen haben. Das macht sie nicht schlecht, aber sie sind eben nicht die Welt und doch beeinflussen sie unsere Emotionen. Unsere Gedanken drehen sich in der Regel um Dinge, die wir nicht loslassen können, weil sie uns entweder Freude bereiten oder quälen. So wollen wir die guten Erfahrungen wiederholen und die schlechten verhindern. Eine verständliche Einstellung, jedoch führt die Manipulation des Schicksals paradoxer Weise in eine ewige Wiederholung der immer gleichen Erfahrungen, wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Und zwar solange, bis wir fähig sind, unsere Angst vor der Erfahrung zu besiegen. Dann endlich werden wir frei, die Erfahrungen in unser Leben zu bringen, nach denen wir uns die ganze Zeit gesehnt haben. Das Leben will von uns bedingungslos und angstfrei angenommen werden, oder es wendet sich von uns ab.

Unsere Emotionen sind entweder Reaktionen auf eine direkte Erfahrung, welche wir in diesem Moment machen, oder eine die wir selbst produzieren. Der natürliche Fluss unserer Emotionen ist ein Spiegelbild unseres Seelenlebens und solange wir ihm mit Vertrauen begegnen, beherrscht er uns auch nicht. Erst durch den Verlust des Vertrauens in unsere eigene emotionale Welt und die sichere Führung unseres Herzens beginnen wir, sie beherrschen zu wollen. Damit fallen wir aus dem natürliche Fluss unseres Erlebens, weil wir Emotionen entweder ablehnen oder uns in ihnen verlieren. Ohne Vertrauen sind wir zu schwach, der Kraft unserer Emotionen Widerstand zu leisten und sie beginnen unsere Gedanken zu beherrschen. Diese Gedanken, die ewige Suche nach etwas das uns erlöst, führt uns in eine Schleife sich wiederholender Muster, in der unsere Emotionen unsere Haltung zur Welt bestimmen und uns zu Verhaltensweisen führen, durch die wir uns selbst gefangen nehmen. Die von uns erlebte Welt ist ein Ergebnis unserer Emotionen und Gefühle. Emotionen sind psychische Reaktionen, gewachsen in Millionen von Jahren der Evolution. Gefühle dagegen, sind das Werkzeug unserer Seele.

Alles was existiert ist auf einer höheren Ebene ein Gefühl. Diese Gefühle sind die Identität, Schwingung und Liebe einer spirituellen Existenz. Wer frei ist von Emotionen und Gedanken, der besitzt die Möglichkeit Wissen und Erkenntnis aus seinem Gefühl zu gewinnen. Frei zu sein bedeutet nicht, ohne Emotion oder Gedanke zu sein, sondern von diesen nicht beherrscht zu werden. Seine Gefühle auszustrecken und etwas bedingungslos wahrzunehmen, öffnet einen gemeinsamen Raum zwischen dem Beobachter und dem Objekt oder der beobachteten Person. In diesem Moment kann ich beginnen zu erfühlen, welche Bedeutung das Gegenüber für mich hat. Zu wachsen bedeutet, seine Fühler immer weiter ausstrecken zu können, die Angst vor dem zu verlieren, was mir da begegnet und es statt dessen als einen Teil von mir selbst zu erkennen. Ein hohes spirituelles Wesen von großer Macht besitzt die Fähigkeit, alles was ihm begegnet urteilsfrei anzunehmen wie es ist und es weiß daher in jedem Moment um den tieferen Sinn der Begegnung. Wer die Welt wirklich erkennen will, muss lernen zu fühlen, das Urteilen zu vergessen und seine Emotionen zu beruhigen.

Der Weg in die Gefühle

Intuition ist Fühlen. Wahre Erkenntnis ist Fühlen. Liebe ist Fühlen. Genialität, echte Intelligenz, ist Fühlen. Ich werde nur Gewissheit und echtes Vertrauen in die Welt und mich selbst gewinnen können, wenn ich lerne zu fühlen. Zweifel ist die Unfähigkeit zu fühlen in einer Situation, die mir Angst macht. Aber wenn ich weiß, dass mich mein Verstand und meine Emotionen im Kreis tanzen lassen, wie finde ich den Weg hinaus, zurück zum reinen Gefühl? Zunächst muss ich mir eingestehen, dass ich die Welt, andere Menschen und sogar mich selbst mit dem Verstand niemals wirklich begreifen werde. Dann muss ich beobachten, wann meine Emotionen aufkochen und beginnen, mein Verhalten und Denken zu bestimmen. Ich muss lernen, mich dabei zu ertappen, wie ich urteile und mich darin beobachten. Ich muss lernen, meine Emotionen nach den in ihnen verborgenen Überzeugungen zu untersuchen. Meine Emotionen aufkochen zu lassen und sie zeitgleich mit Abstand zu beobachten, statt mich von ihnen fesseln zu lassen oder mich in ihnen zu verlieren, sie einfach auszuhalten erschafft einen Raum des Fühlens für die Emotion und ihre Geschichte und ich erfahre woher sie kommt und kann sie lösen!

Der Energiekörper einer Person besteht aus der Intention und Geschichte ihrer Seele und die ihr zur Verfügung stehende Energie. Mit Hilfe und innerhalb dieses Energieraums, entsteht unsere Realität auf Grund der Qualität der Dinge, die sich in unserer Aufmerksamkeit befinden. Gedanken und Emotionen können diesen Energieraum manipulieren, was wir auf Grund unbewusster Ängste auch ständig tun. Unsere Aufmerksamkeit bestimmt, welche Teile dieses Energiekörpers wir als unsere Identität erfahren und damit bestimmen wir gleichzeitig, wohin wir uns entwickeln, welche Erfahrung wir machen wollen. Unsere Erfahrungen führen zu Erkenntnissen des Fühlens, des Begreifens all jener Schwingungen, die sich noch außerhalb von uns selbst befinden. Wir können nur begreifen, was wir erfahren haben. Als Menschen versuchen wir aber, uns innerhalb eines bestimmten Erfahrungszustandes zu halten und zu verhindern, diesen zu verlassen. Wir wehren schlechte und gute Erfahrungen, die unseren bekannten Energieraum überschreiten gleichermaßen ab, indem wir uns selbst manipulieren. Ein Beispiel wäre die Nervosität, wenn wir zu viel Gutes erfahren und dann in Panik geraten, oder unser Energielevel bewusst senken (rauchen, trinken, panisch reagieren), um uns schnell wieder auf vertrautes Terrain zu bringen.

Um ein dauerhaft höheres Niveau zu erreichen, müssen wir lernen, unangenehme Emotionen auszuhalten und Wertungen sein zu lassen. So wie unsere natürliche Widerstandskraft gegenüber einer Emotion wächst, gute wie schlechte, erfahren wir die Welt mehr über unsere Gefühle und wir werden nicht mehr vom Leben hin und her geworfen. Wir müssen also herausfinden, was wir nicht fühlen wollen. Wer nicht einsam sein kann, der kann auch nicht wirklich in Verbindung mit anderen treten. Wer nicht bereit ist Fehler zu machen und perfekt sein will, der wird keinen Mut finden ein Risiko einzugehen. Wer sich immer alle Türen offen hält, weil er Angst hat sich festzulegen, der wird immer zweifeln, ohne jemals Verwirklichung zu erfahren. Die Demut nicht zu denken und der Mut zu fühlen, müssen immer wieder aufs Neue gelernt werden und ganz besonders dort, wo wir am schnellsten vor uns selbst davon rennen, uns blockieren und wo unsere größte Sehnsucht liegt. Sobald wir wieder gelernt haben zu fühlen, weil wir aufhören konnten zu zweifeln, wissen wir wieder in jedem Moment, welche Erfahrung wir als nächstes erleben möchten. Und die Welt wird sie uns schenken.

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