28 Sehnsucht und Sinn

Die Natur liebt den Mutigen. Verpflichte Dich Deinem Abenteuer und die Natur wird Dir antworten, indem sie die unmöglichsten Hindernisse beiseite räumt.

Terence McKenna

Wahre Sehnsucht

Wir wissen eigentlich genau, was wir wollen und besitzen die Fähigkeit, in jedem Moment zu spüren, was uns motiviert und welche Interessen wir in unserem Herzen verfolgen. Wir bremsen uns aus, weil wir diese Interessen bewerten und in die Kategorien des Verstandes einzunorden versuchen. So wollen wir das Ergebnis unserer Bemühungen vorwegnehmen, weil es uns an Glauben fehlt. Zu oft hat uns unsere Leidenschaft bereits in die Irre geführt, sind unsere Träume als Illusionen enttarnt worden. Wir trauen uns nicht mehr.

Unserer Leidenschaft zu folgen ist eine Gewohnheit, genauso wie wir es uns zur Gewohnheit gemacht haben, ihr auszuweichen oder sie zu missbrauchen. Wir lenken uns von ihr ab, wir leugnen sie, moralisieren sie, unterdrücken sie, versuchen sie zu beherrschen und in Bahnen zu lenken, die uns vernünftig und sicher erscheinen. Unsere Kindheit hätte nie enden müssen. Kind zu sein bedeutet, das Leben als Spiel zu betrachten, Erwachsen zu sein, die Verantwortung für die Taten des Spielers zu übernehmen. Das fordert Mut und Demut.

Die Biomaschine Mensch wurde konstruiert, damit transzendentes Verlangen physische Form annehmen kann. Wahre Sehnsucht entsteht nicht aus unserem Ego, sie ist kein Leiden oder Mangel, sondern göttliche Vorsehung. Transzendente Leidenschaft ist Wirklichkeit, die geboren werden möchte und ihre Quelle steht weit außerhalb unserer individuellen Persönlichkeit. Das Verlangen des Kindes Erfahrungen zu machen und sich auszudrücken ist heilig. Es zu unterdrücken bedeutet einen sklavischen Erwachsenen zu erschaffen.

Sinn & Sinnlichkeit

Neues zu erschaffen, die Grenzen des Seins auf ewig auszuloten und so immer prachtvollere und komplexere Formen hervorzubringen, das ist die Aufgabe des Universums und der Wunsch seiner Quelle. Der Sinn jeder Existenz ergibt sich daher aus seiner Liebe zu sich selbst, seinem Glauben an sich selbst. Das Leben ist zwecklos, es besitzt kein abschließendes Ziel. Es ist aber voller Sinn für den, der seinem Gefühl vertraut. Unser Gefühl ist der Schlüssel zum Verständnis und findet Sinn, wo der Verstand nur sich ewig wiederholende Muster erkennt.

Die Teilnahmslosigkeit des Verstandes führte zu seiner Ignoranz und Blindheit und in der Folge zur Angst vor allem was größer ist, als er selbst. In seinem Nihilismus erkennt der reine Verstand nur an, was er einordnen und analysieren kann. Das wahre Mysterium, das Heilige, Außerordentliche und Unbekannte fürchtet er. Angst entsteht, wenn wir nicht mehr verstehen wollen, was die mystische Wahrheit der Welt ist und uns auf das beherrschbare Terrain des Materialismus zurückziehen.

Doch genau hier, mit diesem tragischen Schritt des Erwachsenwerdens, verlieren wir alle kindliche Kreativität, Abenteuerlust und Glauben. Um uns vor dem Unbekannten zu schützen opfern wir unsere Göttlichkeit. Ohne Raum für den spielerischen Umgang mit der Welt und ohne Verbindung zu ihrem dem Verstand auf ewig entzogenen Wesen, beginnt unsere Seele zu verkümmern. Dann ist unser Leben ohne Sinn und besitzt nur mehr den materialistischen Zweck den ihm der Zeitgeist zuteilt. Wir ertragen ein sinnloses Leben aber nur mit Konsum und Betäubung.

Wahres Verlangen

So werden wir taub für unser Empfinden von Sinn und trennen uns innerlich Stück für Stück von der Welt und machen sie uns so zum Feind. Doch eigentlich sind wir immernoch auf der Suche nach unserem Abenteuer und unseren Platz in der Welt. Verletzlich und schmerzhaft sensibel zu sein wie ein Kind, bedeutet mutig zu sein. Der Stimme unserer kreativen Sehnsucht zu vertrauen und Glauben zu schenken, ihr zu folgen, bedeutet demütig zu sein.

Wir müssen unsere Sehnsucht, unseren Glauben wiederfinden, der wahren Mut verlangt. Unser kindlicher vorurteilsfreier Glaube kann uns helfen, weil unser Verlangen war ist. Denn erst wenn wir unseren Glauben an uns selbst wieder erlangen, kann sich unser Schicksal vollständig erfüllen. Unsere tieferen Sehnsüchte entstehen im heiligen Verlangen der Quelle selbst, doch erst unser Glaube öffnet das Tor zu ihrer Erfüllung, durch das die mystische Energie der Quelle in die materielle Welt fließen kann.

Sobald die Seele ihren Glauben gefunden hat, wird die menschliche Biomaschine beobachten, wie sie beginnt an dem zu arbeiten, wofür sie einmal geschaffen wurde. Alles relevante materialisiert sich ohne ihren Einfluss, ohne ihr Zutun, denn der physische Körper hat keine Macht über das Schicksal. Gleichzeitig gibt es nichts außerhalb seiner Reichweite, wenn ihn eine Seele mit Glauben erfüllt.

Wenn Du diesen Artikel magst, dann teile ihn doch mit Deinen Freunden und schaue in meiner Facebook-Gruppe vorbei. Ich freue mich jedenfalls über Deine Hilfe, meinen Blog bekannt zu machen. Vielen lieben Dank, Marc.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.