Vergebung

Mit einem Mal erschien Jesus. Es schien 2.000 Jahre in der Vergangenheit zu sein. Zunächst verwandelte er sich in Shiva und es schien 10.000 Jahre her zu sein. Danach verwandelte sich Shiva zurück in Jesus und es schien die Gegenwart zu sein. So wurde aus Jesus wieder Shiva und es war immernoch hier und heute. Es war, als ob Shiva zurück gekehrt war in unsere Gegenwart. Wie wenn seine Energie Eintritt in unsere moderne Zeit gefunden hätte. Khris Krepcik

Jesus von Nazareth

Absolute Vergebung ist die zentrale Botschaft des Jesus von Nazareth. Das ganze neue Testament hindurch spricht er zu seinen Zuhörern über den Segen, der aus echter Vergebung entsteht. Aber was ändert es schon an der Natur der Welt, wenn wir seinem Rat folgen? Liebet Eure Feinde, segnet die Euch fluchen. Woraus soll dieser Segen bestehen, um den im wichtigsten christlichen Gebet, dem Vater Unser gefragt wird und in dessen Mittelteil steht: Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Vielleicht ist es am Ende doch kein Idealismus, den man dem Nazarener so gerne unterstellt, sondern Erkenntnis größerer Zusammenhänge: Vergebt, so wird euch vergeben. Gebt, so wird Euch gegeben. Spricht Jesus hier vielleicht von Karma, wie wenn er sagt: Wer durch das Schwert lebt, soll durch das Schwert umkommen.

Zum jüdischen Weltbild gehörte ein persönlicher Gottesbezug, wenn Jesus von Gott sprach muss er aber nicht das gleiche Bild im Hinterkopf gehabt haben. Wie bei den meisten Mystikern dürfte sein Gottesbild weitaus reifer und zugleich komplexer gewesen sein als das seiner Zeitgenossen. Auch war man in der Antike durchaus im Austausch mit anderen weit entfernten Völkern und Kulturen, um deren Wissen und Philosophien kennen zu lernen. Afghanistan war mal ein buddhistisches Land. Aber zurück zur Vergebung und der Frage nach dem Karma. Was ist Karma überhaupt? Karma ist das Ergebnis der individuellen Ausrichtung meines Bewusstseins in der Auseinandersetzung mit meiner Welt. Im Zusammenspiel meiner schöpferischen Seele mit der seelischen Energie allen Bewusstseins und Lebens mit dem ich in Kontakt trete, entsteht mein Schicksal, mein Karma.

Entscheidend wirkt dabei weniger das äußere Handeln, als mein inneres Fühlen, meine Motivation in der sich meine mir bewussten als auch unbewussten Energien verstecken. Unser Karma kann ein Seelenplan sein, den wir vor Äonen geschlossen haben, oder unsere Begeisterung und Liebe, aber genauso unsere unerlösten Traumata und Ängste, oder unsere Unfähigkeit dem kollektiven Karma unserer Gesellschaften zu entfliehen. Aus unserer Motivation wird Realität und deshalb müssen wir sie verstehen lernen. Wir müssen sie von der verborgenen Negativität befreien und dafür müssen wir lernen zu vergeben. Vergebung ist ein seelischer Akt der Gnade an dem man zwar arbeiten, den man aber letztlich nicht erzwingen kann. Denn Vergebung ist die Aufgabe des Festhaltens am Schmerz. Wir können rational vergeben, aber das beendet nicht unseren Schmerz. Was wir tun können, ist aufzuhören an eine vergangene schmerzhafte Erfahrung zu klammern, aus Angst sie zu wiederholen. Das ist wahre Vergebung!

Solange wir den Schmerz und die Angst nicht loslassen können, findet Vergebung nur in unserem Kopf statt. Ich kann mir nicht vornehmen, jemandem zu verzeihen der mir weh getan hat, ohne auch der Erfahrung von Schmerz selbst zu verzeihen, auf tiefster seelischer Ebene. Selbst wenn ich einem Menschen äußerlich verzeihe, werde ich weiterhin nicht frei sein, solange ich Angst vor dem Leben und einer Wiederholung des Schmerzes habe. Meine Angst wird mich regieren und jede Bemühung Harmonie zu finden zunichte machen. Ich sehe die Welt nicht mehr klar, sondern durch das Milchglas meiner aus Selbstschutz gefällten Urteile über die Welt und ihre Bewohner. Der Witz ist, dass ich im Moment wo ich aufhöre den Schmerz zu bekämpfen, ihn akzeptiere und endlich loslasse, mein eigentliches Leben in ganzer Fülle wiederbekomme. Nun muss ich niemandem mehr verzeihen, da ich erfüllt bin mit Freude am Leben, ganz gleich was geschehen ist.

Brüder im Geiste der Vergebung

Beide, Siddhartha Gautama der zum Buddha wurde und Jesus von Nazareth, der zum Christus wurde, verließen ihre Heimat um nach der Wahrheit hinter den Erscheinungen der Welt zu suchen und ihr Leid zu verstehen. Diese Suche führte beide zu den Verlorenen und den Grenzgängern der Gesellschaft und schlussendlich in die Wildnis, fern von den Menschen. Zurückgezogen und in Meditation versunken saß Siddhartha unter dem Bodhi-Baum und Jesus in der Mitte der Wüste, wo sie jeweils von ihren Dämonen und Teufeln geprüft wurden. Ihnen wurde alles versprochen, was das Ego eines Menschen sich nur wünschen kann und damit die Gelegenheit vor ihren Ängsten für immer davon rennen zu können. Doch sie entschieden sich standhaft zu bleiben und der Wahrheit über sich selbst und das eigene Leid ins Gesicht zu schauen.

Die darauf folgenden Erkenntnisse brachten ihnen Erleuchtung und wurden zum Grundstein ihrer Lehren. Buddha fasste sie in den vier noblen Wahrheiten über den Anfang und das Ende des Leidens zum Ausdruck und Christus in seiner Bergpredigt. In der Mitte der Bergpredigt lehrt Jesus seine Zuhörer das Vater Unser und in dessen Mitte steht seine zentrale Botschaft, die Bitte um Vergebung. Beide lehren uns, dass das Leid durch die Identifikation mit der sichtbaren Welt entsteht und durch unsere innere Erlösung von ihr wieder vergehen kann. Seid in der Welt, aber nicht von ihr. Identifikation mit der Welt meint, dass wir unsere Gegenwart in ihr durch unsere unbewussten Muster der Interpretation laufen lassen. Das ist nichts anderes als unsere erlernten und übernommenen Muster der rationalen und emotionalen Bewertung und die daraus entstehenden Reaktionen und Konsequenzen. Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!

In vielen hinduistischen Traditionen wird Buddha als die neunte der zehn Inkarnationen der höchsten männlichen Gottheit Vishnu (Shiva) betrachtet und selbst in Christus sehen einige die zehnte Inkarnation, Kalki den Erlöser. Die Aufgabe Kalkis ist es, das dunkle Zeitalter unter der Herrschaft des Dämonenfürsten Kali (nicht zu verwechseln mit der Göttin) zu beenden. Jesus als Person war nur ein Mensch, der göttliche Geist in ihm jedoch weit größer. Auch jeder normale Mensch ist auf seiner seelischen Ebene viel mehr als nur seine gegenwärtige Erscheinung auf Erden. Wir alle sind verbunden und haben Teil an Kräften unvorstellbarer Größe und Alters. Das Versprechen Christi war, dass seine Aufgabe nicht mit seinem Tod enden würde, sondern dieser erst der Beginn eines Prozesses wäre, der schlussendlich zur Erlösung und Verwandlung der Welt führen würde.

Der antike Mensch besaß keine strikte Vorstellung von Moral. Sein Handeln, Fühlen, Denken war die Konsequenz größerer Kräfte, denen er keine Rechenschaft schuldete, da er ihnen ohnehin ausgeliefert war. Wofür sollte er also um Vergebung bitten? Man war seiner Familie oder seinem Stamm Mitgefühl und Anteilnahme schuldig, jedoch nur aus dem Wunsch heraus, die Grundlage des Überlebens zu sichern. Die Vorstellung Verantwortung für das eigene Handeln oder Nichthandeln gegenüber einem Dritten zu übernehmen war größtenteils neu und wäre es in vielen Stammesgesellschaften heute noch. Das Bewusstsein für Mitgefühl, das Leid in anderen Menschen wie Tieren war uns über Jahrtausende hin fremd geworden. Das ist der Kern des dunklen Zeitalters, die Verhärtung der menschlichen Seele durch die kollektiven Traumata, entstanden in den großen Naturkatastrophen vor zehntausend Jahren und allen Ungerechtigkeiten die mit der Entstehung der Zivilisation und dem Missbrauch von Macht erfolgten.

Das Lamm Gottes

Wir lernen nicht wirklich etwas Neues, sondern wir finden zurück an den Ort von dem wir stammen. Das Reich Gottes ist keine Wirklichkeit am Ende aller Zeiten, sondern eine gegenwärtige Existenzebene, der Grund allen Seins. Doch eine Menschheit, die sich im Schmerz der Welt eingegraben hat und deren Handeln von vergangenen leidvollen Erfahrungen dominiert wird, kann diese Realität nicht wahrhaben. Bevor unsere Seelen ihre wahre Kraft entfalten können, muss unsere Psyche befreit sein vom Schmerz. Aus diesem Grund müssen alle, die nach der Wahrheit suchen, sich für einige Zeit aus der Gesellschaft entfernen. Die Letzten werden die Ersten sein, nicht weil die Gerechtigkeit im Paradies auf sie wartet, sondern weil sie die ersten sind, die sich vom kollektiven Schmerz lösen, Sie erkennen als erste die Notwendigkeit zur Vergebung. In der Regel macht sich ein Mensch nur auf den Weg, wenn sein Leiden groß genug wurde und ihn nichts mehr zurückhalten kann.

Wer bereits zu sensibel ist, um in der Härte der Gesellschaft zu überleben, der wird sich seinen Dämonen stellen müssen, um die Antworten auf das Ende seines Leidens zu finden. Das Lamm Gottes ist das Opfer des stellvertretenden Leidens einer empfindsamen Seele, welche sich dazu entschieden hat, den Weg zur Erlösung für sich und die Welt zu gehen. Dieser Weg führt hinaus in die Wüste und wieder zurück. Befreit vom eigenen Leid und in Verbindung mit höheren Ebenen kann sie nun an der Befreiung aller Seelen mitarbeiten. Diesen Kampf führen wir nicht alleine, diese Schlacht wird bereits seit Jahrtausenden auf vielen Ebenen geschlagen. Kalki wurde geboren, so heißt es, aber nicht auf dieser Ebene der Existenz. Der göttliche Geist Shivas, des Zerstörers der Welten ergießt sich nun Stück für Stück über die ganze Welt und bringt ans Licht, was sich verzweifelt zu verstecken versucht. Die Klarheit seines Geistes erzwingt die Reinigung vom Karma.

Das menschliche Kollektiv besitzt eine energetisch-karmische Struktur seiner emotionalen und rationalen Überzeugungen. Entsprechend unserer eigenen psychischen und kulturellen Prägung sind wir an diese angebunden und ihrem Einfluss ausgesetzt. Unsere Fähigkeit als Mitschöpfer des sich selbst bewussten Universums Realität zu erzeugen, ist an dieses Karma gekoppelt. Karma ist die seelische Fähigkeit zur Schöpfung. Wenn sich unsere Seele aber in der versklavten Psyche verliert, dann kann sie nur weiteres Leid erzeugen. Erst wenn der Schmerz geheilt ist, der Welt als Ganzes vergeben worden ist, dann füllt sich der Geist mit der ganzen Klarheit der Seele und ihre Kraft, ihr Licht wird wieder Teil dieser Welt. Die Wiederkehr Christi, die Geburt Kalkis des zehnten Avatars bringt keine einzelne Person als Erlöser, sondern das Erblühen der göttlichen Kraft in den Herzen der Menschen und das Erwachen des Kollektivs. Dieser Prozess ist freiwillig und doch sind die Würfel gefallen.

Unsere Welt wird sich so entwickeln, dass alles Dunkle und Unbewusste in der menschlichen Psyche nach oben drängen wird, um gesehen zu werden. Wir werden vor die Wahl gestellt uns dem Erwachen Gaias und ihrer Geschöpfe anzuschließen und ihrem Liebhaber zu folgen, oder an den Konsequenzen unseres eigenen Handelns und dem unseres Kollektivs zu Grunde zu gehen. Die Zeit ist abgelaufen und jeder, der noch im Kontakt mit seiner Seele steht, wird es bereits zu spüren beginnen. Wie lange es dauern wird, das kann wohl niemand beantworten. Es spielt auch keine Rolle. Wer wahrhaft erkannt hat, dass sein Leben seine eigene Schöpfung ist, der wird alles daran setzen zu wachsen und zu heilen. Sein Geist wird überspringen und zum Licht für andere werden, ohne es zu beabsichtigen. Wo wir uns selbst vom Leid erlösen, entwickeln wir neue Sensibilität und so werden wir uns auf Ebenen verbinden, die uns heute noch magisch erscheinen würden.

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